Lesung „Deutschland, lass uns reden“ mit Katrin Göring-Eckhardt

Am 12. Mai 2026 kam Katrin Göring-Eckhardt nach Gera, um aus ihrem neuen Buch „Deutschland, lass uns reden“ zu lesen.

Denn, was macht man, wenn die AfD im eigenen Keller steht? Wenn man weiß, dass der einzige Klempner im Umkreis AfD wählt? Wenn sich gesellschaftliche Fronten zunehmend verhärten, wenn es immer schwieriger wird, miteinander zivilisiert zu sprechen? Wie findet man einen Umgang? Mit diesen Fragen musste man sich hier im Osten der Bundesrepublik schon sehr viel früher auseinandersetzen. Allerdings zeigen auch die Landtagswahlen in westdeutschen Bundesländern, dass man sich davor nicht wegducken kann.

Göring-Eckhardt beantwortet die Fragen auf eine simple und doch sehr tiefgreifende Art: Das Gespräch suchen. Nicht belehrend, sondern fragend. Zweifel säen. Nicht immer die perfekten Antworten parat haben, sondern erstmal zuhören. Als Grundlage, um wieder zusammenzufinden.

Auf ihre bodenständige und feinsinnige Art erzählte sie von den unterschiedlichsten Begegnungen in ganz Deutschland. Wie sie sich Menschen annähern konnte, die Demos gegen das sogenannte „Habeck´sche Heizungsgesetz“ organisiert haben. Wie sie Menschen traf, die sich in sehr ähnlichen Lebenssituationen befanden und doch völlig andere Schlussfolgerungen daraus zogen. Von Menschen, die aus Prinzip und immer dagegen sind.

Im Anschluss der Lesung wurden dann Fragen aus dem Publikum gestellt. Diskutiert wurde unter anderem über die Macht von positiven Mikrobegegnungen. Wie kleine und freundliche Begegnungen mit Fremden uns als Gesellschaft insgesamt wieder zusammenbringen können. Zum Beispiel ein unverhofftes Lächeln in der Straßenbahn. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Stadtrat und Kandidaten für das Amt des Ortsteilbürgermeister für Gera-Innenstadt Luis Schäfer.

Der Veranstaltungsabend endete hoffnungsvoll und mit der Bemerkung, dass in Gera mehr gelacht wurde als an anderen Veranstaltungsorten. Auch im Anschluss wurden noch viele Gespräche geführt und Bücher unterschrieben, die man direkt vor Ort erwerben konnte.

Dank geht auch erneut an die Kaiserwerke, die die Location zur Verfügung gestellt haben.

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